Die Verleihunternehmen Neue Filmkunst Walter Kirchner und Atlas Film setzen sich ab Mitte der 50er und Anfang der 60er Jahre zum Ziel, die junge Bundesrepublik mit anspruchsvollen Filmen zu versorgen. Werke von Ulrich Schamoni oder Francois Truffaut werden erstaufgeführt, Klassiker wie Goldrausch, Das Cabinett des Dr. Caligari oder Zwölf Uhr mittags erneut in die Kinos gebracht.



Revolutionär sind die Werbekampagnen der ambitionierten Verleiher: Zu jedem Film entsteht ein grafisches Gesamtkonzept, das Filmplakat, Begleitheft, Vorspann und Trailer umfaßt. Die Grafiker-Elite dieser Zeit übernimmt die Gestaltung.
Darunter Karl Oskar Blase, Heinz Edelmann, Fritz und Dorothea Fischer-Nosbisch, Hans Hillmann, Jan Lenica, Isolde Monson-Baumgart und Gunter Rambow. Ihnen wird vollkommene künstlerische Freiheit gewährt, ein Novum in der deutschen Filmwerbung. Die moderne Grafik wird bald zum Markenzeichen der Verleihfirmen und findet internationale Anerkennung.

Mit ihren Werbestrategien setzten "Neue Filmkunst Walter Kirchner" und "Atlas Film" neue Maßstäbe. Die Geschichte der neuen deutschen Filmgrafik der 1960er Jahre ist somit auch ein wichtiges Dokument des Aufbruchs im kulturellen Leben der jungen Bundesrepublik der Nachkriegszeit.

10 Studierende des Fachbereichs Design der Fachhochschule Düsseldorf haben es sich gemeinsam mit drei Professoren zur Aufgabe gemacht, diese Ära zu recherchieren, aufzuarbeiten und zu dokumentieren. In einer Ausstellung, einem Buch und einer Filmdokumentation wird das Thema umfassend dargestellt.